rbb: Bestandsschutz für NPG-Freie

Beim rbb bekommen langjährig beschäftigte nicht Programm gestaltende (NPG) Freie zum 1.1.2018 Bestandsschutz. Auf diesen Kompromis hat sich die rbb-Geschäftsleitung mit den Gewerkschaften ver.di und DJV geeinigt. Ursprünglich hatte die ver.di-Kampagne „Legalize-it“ die Überführung in Festanstellung nach BR-Vorbild (Gagisten-TV) gefordert.

Unter den Bestandsschutz fallen schätzungsweise 500 NPG-Freie, die meisten davon aus der Produktion, aber auch aus einzelnen Programm- und Verwaltungsbereichen. Sie bekommen eine individuelle Auftragsgarantie bis zur Rente (auf Basis der Durchschnittstätigkeit in drei Referenzjahren) und zusätzliche Leistungen u.a. für die betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse und einen Familienzuschlag. Die Situation der Programmgestaltenden (PG) Freien soll zügig über Änderungen am 12a-Tarifvertrag verbessert werden.

Grundsätze der MDR-Freienvertretung beschlossen

Vom 12. bis 25. Juni 2017 konnten die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MDR über die Grundlagen der Arbeit der Freienräte abstimmen. Nun liegt das Ergebnis der Abstimmung vor.

Zur Abstimmung angemeldete Mitarbeiter: 353
Abgegebene Stimmen: 195

davon stimmen mit:
JA 194
NEIN 1
Enthaltung 0

Damit sind die Grundsätze angenommen und die Freienvertretung hat nunmehr eine Organisations- und Arbeitsgrundlage.

ARD-Freie gründen bundesweite Interessenvertretung

Die freien Medienschaffenden der ARD haben auf ihrem Kongress in Stuttgart einen gemeinsamen Freienrat  gegründet. In den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gibt es rund 18.000 arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deren Situation ist in den einzelnen Anstalten sehr unterschiedlich. Während ihre Interessen beispielsweise im SWR vom Personalrat wahrgenommen werden, gibt es beim RBB und beim  BR ein Freienstatut, im NDR überhaupt keine offizielle Vertretung. Der neue Freienrat will sich bundesweit vernetzen und so die Interessen der Freien schlagkräftiger vertreten können.

Unter dem Motto „Wir sind so frei!“ trafen sich am 21. und 22. April Freie aus ganz Deutschland beim SWR in Stuttgart. Auf dem Kongress fanden die beiden Podiumsveranstaltungen und die insgesamt zehn Panels reges Interesse. Bei den beiden Podien betonten die Freien, dass ohne sie kein Programm zu machen sei und forderten mehr Rechte und eine bessere Absicherung. In den Panels lieferten Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) sowie Sozialversicherungsexperten  nützliche Informationen für Beschäftigte im Freienstatus. So informierten die Pensionskasse Rundfunk und das Versorgungswerk der Presse über Zuschüsse der Rundfunkanstalten  bei Altersversorgung, Krankenversicherung und Berufsunfähigkeit. Die Resonanz der freien Journalisten war sehr gut, das zeigten auch die regen Nachfragen. Die Botschaft aller Referenten war eindeutig: „Verschenken Sie keine Zuschüsse, tun Sie was.“ Bei weiteren Panels erklärten Gewerkschaftsvertreter, wie Freie vom neuen Urheberrecht profitieren  können und was neue Tarifverträge angesichts des Spardrucks im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bringen.

Der ARD Freienkongress fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Die Teilnehmer beschlossen, ihn zu einer bleibenden Institution zu machen. Auch 2018 werden die Freien wieder in einer ARD-Anstalt zusammenkommen, um Probleme zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

ARD Freienrat
SWR Personalrat Stuttgart
Südwestrundfunk
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